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Hartmann gewinnt!!

Mit grossem Vorsprung ins Ziel

Hartmann und Partner AG gewinnt den "Cash" Contest 2006 mit einer Rendite von über 20 Prozent. Riskante Strategien haben sich im Jahr 2006 ausbezahlt. Zu schaffen machte den Teilnehmern die Abschwächung von Dollar und Yen.

 

Von Jutta Kuffer

 

Christoph Uehlinger von der Winterthurer Vermögensverwaltungsfirma Hartmann und Partner legte zum Jahresschluss noch einen richtigen Spurt hin. Mit einer Jahresrendite von über 20 Prozent lässt der diesjährige Contest-Sieger die Konkurrenten weit hinter sich. «Ich versuche nur Anlagefonds herauszupicken, die eine überdurchschnittliche Wertsteigerung erzielen», erklärte Uehlinger zu Contest-Beginn. Ob Glück oder Geschick, ist auf die kurze Frist eines Jahres nicht zu beurteilen. 2006 landete Uehlinger mit acht Fondspositionen aber fast nur Treffer. Darunter waren: 
 

- Fonds ausgewählter Emerging Markets wie China und Russland 

- ein Schweizer Nebenwertefonds, der den doppelten Wertzuwachs SMI-orientierter Bluechip-Fonds erzielte. 

Auch Costantino Lanni von der Luzerner Brunner & Lanni Asset Management lag mit einem Schwerpunkt auf Emerging Markets und Nebenwerte richtig. Er streute sein Depotvermögen aber breit über 18 Positionen und erreichte damit ebenfalls ein herausragendes Portfolioergebnis von plus 16 Prozent.

 

Geldmarktpapiere waren besser als Staatsanleihen « Nach dem ausgezeichneten Aktienjahr 2005 hätte ich nicht erwartet, dass die Kurse noch einmal so zulegen würden», sagt Martin Völkle von der Bank Coop. Er wurde wie viele der Contest-Teilnehmer überrascht. Die Börsenindizes von Europa und den USA gewannen 2006 15 bis 20 Prozent an Wert. Um mehr als das Doppelte legten Emerging Markets wie Russland oder Indien zu. Nur der japanische Nikkei-225-Index blieb mit einem mageren Plus von 7 Prozent auf der Strecke. Lanni und Uehlinger profitierten von diesen Aktiengewinnen am meisten. Sie hatten ihr Aktienrisiko mit nicht zur Aktienquote zählenden Wandelanleihen und Immobilienaktien über die maximal möglichen 55 Prozent hinaus ausgedehnt. Die meisten ihrer Contest-Kollegen schöpften nicht einmal die zulässige Aktienquote aus. Zu vorsichtig und zu vernünftig hätten sie agiert, müssen viele rückblickend feststellen. Denn mit der Alternative Anleihen war 2006 nicht viel zu verdienen. Geldmarktanlagen brachten ohne Risiko höhere Renditen als traditionelle Staatsanleihenfonds. In Euro investiert verbuchten Geldmarktanlagen sogar mehr als 5 Prozent. Negative Überraschungen gab's genug. 
 

Es brauchte 2006 aber gute Nerven, um die Aktienrisiken im Depot richtig zu steuern. Denn negative Überraschungen gab es genug: 

- Im Mai und Juni erfasste eine unerwartet heftige Korrektur die Aktienmärkte: Die Hälfte der Depots lag danach im Minus. «Da hiess es, die Nerven zu behalten und gegen den Strom zu schwimmen», betont Bernhard Eugster von der Thurgauer Kantonalbank. Denn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen signalisierten unverändert grünes Licht für Aktien. Eugster nutzte die Gelegenheit, um die Aktienquote von 49 auf 55 Prozent auszubauen. Auch Uehlinger füllte die abgeschmolzene Aktienquote unbeirrt wieder auf. 
 

- Der Dollar büsste über das Jahr beinahe 7 Prozent gegenüber dem Franken ein. Das war Gift für die Dollaranleihenfonds. «Nur die hohen Renditen von Emerging-Market-Bonds konnten diesen starken Währungsverlust abfedern», erklärt Lanni. Er verdiente mit dem ABN Amro Global Emerging Markets Bond Fund auch nach Währungsverlusten noch 20 Prozent. Glücklich war auch, wer Edelmetallfonds im Depot hatte: «Mit Wertzuwächsen von 20 Prozent und mehr die perfekte Dollar-Absicherung», erklärt Karl Keller von der Hyposwiss. 
 

- Mit Japan haben sich einige Contest-Teilnehmer verschätzt: Lange Zeit befanden sich die Aktienkurse im Sinkflug, besonders die von den Teilnehmern favorisierten Nebenwerte. Dazu addierte sich noch ein Währungsverlust des Yen von 7 Prozent gegenüber dem Franken. 
 

Besser als die Strategiefonds der meisten Banken Verlustpositionen dieser Art zu umgehen war auch eine Erfolgsvariante: Roman Wertli von der Wertli Vermögensverwaltung konnte trotz relativ tiefer Aktienquote von 45 Prozent rund 11 Prozent Rendite verbuchen. Und er schonte die Nerven des Contest-Musterkunden, weil er dieses Ergebnis mit geringen monatlichen Renditeschwankungen erzielte.



 

Auch wenn nicht alle Contest-Teilnehmer das Optimum für sich herausholen konnten, mit den ausgewogenen Strategiefonds hiesiger Banken können die meisten mithalten: Mit fast 8 Prozent Wertzuwachs ist der Vontobel Fund - Defensive Balanced Portfolio (CHF) B der beste vergleichbare ausgewogene Strategiefonds. Die meisten Produkte dieser Kategorie erzielten aber keine 7 Prozent.  



       

06.02.2007